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Die Lohrer SPD.

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Ortsverein

 

Der SPD Arbeitskreis Stadtenwicklung tagte zum 3. Mal :

Lokalpolitik


Seppl Blenk

„Lohr ist heute eine wirtschafts- und finanzstarke Stadt“, lautete die Kernaussage von Altbürgermeister Siegfried Selinger in der dritten Sitzung des SPD-Arbeitskreises Stadtentwicklung. Seine Aussage belegte er mit Zahlen aus den Haushalten der Stadt von 1990 bis 2009, womit er die Stärke der Stadt eindrucksvoll darstellen konnte. Stadtrat Seppl Blenk wollte sich allein mit einer Analyse der Gegenwart nicht zufriedengeben und forderte die Anwesenden wie den ehemaligen Bürgermeister auf, auch Perspektiven für die Zukunft aufzuzeigen, denn der Arbeitskreis beschäftige sich ja mit der Zukunft der Stadt. In der sich daraus ergebenden Diskussion stand die Forderung nach Zukunftsinvestitionen im Vordergrund verbunden mit dem Wunsch, alles zu tun, um die gute Arbeitsmarktsituation zu erhalten.

In seiner Analyse der Lage der Stadt ging der Altbürgermeister zunächst auf die wirtschaftliche Situation ein und stellte schon zu Beginn seiner Ausführungen klar, dass er die pessimistischen Äußerungen, wie sie in vielen Leserbriefen und anderen Meinungsäußerungen zum Ausdruck gekommen seien, nicht verstehen und teilen könne. Als Belege führte er die Arbeitsmarktdaten für den Amtsbezirk Lohr an. Obwohl Deutschland sich in einer der schwersten Wirtschaftskrisen seit Bestehen der Bundesrepublik befinde, gebe es in der Region mit unter vier Prozent Arbeitslosigkeit praktisch Vollbeschäftigung. In Lohr sei die Lage sicher noch besser. Bedenke man weiter, dass der mit Abstand größte Arbeitgeber seine Beschäftigtenzahl von über 6000 Mitarbeitern trotz der Krise gehalten habe, dann stecke in dieser Tatsache die klare Aussage, dass der Betrieb glaube, nach Überwindung der globalen Schwierigkeiten die hohe Zahl an Mitarbeitern weiterhin zu benötigen.

An dieser Stelle berichtete Stadtrat und ehemaliger Betriebsratsvorsitzender Wolfgang Ries, dass sich die wirtschaftliche Situation bei Rexroth deutlich verbessert habe und in nicht wenigen Betriebsbereichen die Kurzarbeit aufgehoben sei. Auch er blicke gegenwärtig wieder zuversichtlicher in die Zukunft.
Eine Betrachtung der wirtschaftlichen Situation könne sich aber nicht auf den industriell-gewerb-lichen Bereich beschränken, meinte Selinger weiter und verwies auf den hohen Beschäftigtenstand im Dienstleistungssektor. Allein beim Bezirkskrankenhaus gebe es nach letzten Berichten etwa dreizehnhundert Mitarbeiter und im Kreiskrankenhaus über 400.

Diese Aussage war für Stadtrat Blenk Anlass, den geplanten Hallenbadbau im Nägelseegebiet anzusprechen. „Unter dem Aspekt Zukunftsentwicklung der Stadt sehe ich das Projekt kritisch“, meinte er, „denn es wird nur ein Angebot für einen recht geringen Teil der Bevölkerung bieten und zudem die Stadt im wirtschaftlichen Bereich nicht stärken, weil es z.B. keine Impulse für den Tourismus bringt“. Die SPD Ortsvereinsvorsitzende Christine Scherg setzte einen anderen Schwerpunkt. Sie sah in der Maßnahme die Umsetzung des Bürgerwillens und meinte weiter, dass später noch ein weiteres Hallenbad gebaut werden müsse. Diesem Gedanken widersprach Ex-Stadtrat Richard Eyrich mit Entschiedenheit.
Christine Scherg sah außerdem im Fehlen einiger wichtiger weicher Standortfaktoren einen Grund für die geringe Attraktivität der Stadt als Wohnort. Wenn Disco, Kino und Einrichtung wie ein attraktives Hallenbad für junge Menschen fehlen, fühlen sich diese nicht richtig ernst genommen. Außerdem tue die Stadt viel zu wenig, um ihre positiven Seiten darzustellen. Sie fragte, wie denn junge, an die Großstadt gewöhnte Menschen nach Lohr kommen sollen, wenn sie teure Mieten oder Grundstückspreise vorfinden und ihnen die vielen Vorteile des Lebens, Wohnens und Arbeitens in zukunftweisendes und resourcenschonendes Bauverhalten demonstrieren. Nach seiner Meinung sei bei der gegenwärtig wirklich guten Finanzlage solch eine auf die Zukunft ausgerichtete Maßnahme überlegenswert.
Mit den für die weitere Entwicklung der Stadt wichtigsten Maßnahmen will sich der SPD-Arbeits-. kreis bei seiner nächsten Sitzung am Montag, den 28. Juni um 19.30 Uhr im IgL-Heim beschäftigen. Stadthalle und Hallenbad werden dabei ebenso wichtige Themen sein wie die Stärkung des Ausbildungsstandortes Lohr.

 

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